Parasite Farm
Die Parasite Farm besteht aus einem Kompostsystem, dass an den Küchentisch gehängt wird, sowie aus beleuchteten Planzkästen, die in das BILLY-Regal von Ikea eingehängt werden.
Der Gestaltungsprozess, so wie der Prototypenbau dieses Projekts wurden in Zusammenarbeit mit Nils Ferber realisiert.
Es wurde im Seminar “Agriculture and the City” vom Gastprofessor Harald Gründl entwickelt.
Alle Fotos wurden von Alexander Giesemann gemacht.
Land – Mensch – Stadt ?
88% der Deutschen leben in Städten, mit steigender Tendenz. Der Mensch entfernt sich vom Land und von der Natur, die unter dem Einfluss des Menschen immer mehr verschwindet. Nur 5,9% der Landwirtschaftlichen Anbaufläche werden auf nachhaltige Weise genutzt. Wir verbrauchen mehr fruchtbaren Boden als wir wieder zurückführen. Diese negative Humusbilanz bei wachsender Weltbevölkerung und steigendem Pro-Kopf-Verbrauch sollte uns zu denken geben… Der urbane Raum mit seinen hohen Grundstückspreisen und starker Verdichtung lässt kaum Platz für landwirtschaftliche Praktiken. Die industrielle Landwirtschaft ist nur den wenigsten vertraut und spielt sich fernab unseres Alltags ab. Wer weiß heutzutage noch wie Gemüse wächst und angebaut wird? Innerhalb von zwei Generationen wurde das Wissen und Bewusstsein für den saisonalen und regionalen Anbau gegen ein ganzjähriges und internationales Gemüsesortiment im Supermarktregal getauscht. Als Reaktion auf die Landflucht der Menschen und der damit verbundenen Entkopplung von Großstadtleben und Subsistenzwirtschaft wollen wir Bestandteile und Kreisläufe aus der Natur wieder direkt zum Menschen in die Stadt bringen. Dafür entwickeln wir Objekte, die einen Nährstoffkreislauf innerhalb der Wohnung ermöglichen, um dort Gemüse anbauen zu können. Denn wie viele Menschen haben in der teuren und dicht besiedelten Stadt tatsächlich einen Zugang zu einem eigenen Garten oder wenigstens einen Balkon? Die entstehenden Produkte, sowie die Nährstoffe selber, sollen auf die Infrastruktur der Wohnung zurückgreifen und dabei Ressourcen nutzen, die bisher im Haushalt ungenutzt waren. Die Parasite Farm ist für einen 1-2 Personenhaushalt konzipiert.
Vom Abfall zum Nährstoff
Die Basis für unseren Nährstoffkreislauf besteht aus sogenannten biologischen “Abfällen” aus der Küche. In unserem Kreislauf werden diese “Abfälle” zu wertvollem organischen Material. Die in ihm enthaltenen Nährstoffe sollen in einem für den Innenraum geeigneten Kompostierverfahren – mit einer bestimmten Kompostwurmart aus der Familie der Regenwürmer – wieder für Pflanzen verfügbar gemacht werden. Der Benutzer produziert also seinen eigenen biologischen Wurmhumus, der als Nährstoffdünger fü den Gemüseanbau in seiner Wohnung dient.
Um dies in den Küchenalltag zu integrieren gestalten wir einen Komposter, der die Bedürfnisse des Kompostwurms mit den Ansprüchen der menschlichen Benutzbarkeit und Gewohnheit vereinbart. Die Parasite Farm ist dabei kein Ersatz für die Biotonne, sondern eher als ein Haustier zu betrachten. Es können also nicht einfach alle anfallenden Bioabfälle in den Komposter getan werden.
Kompostierbar sind:
- Obst-, Gemüse- und Kartoffelschalen
- Speisereste in kleinen Mengen
- Altes Brot, gekochte Nudeln, Reis (ungesalzen)
- Kaffeesatz mit Filtertüten
- Tee-,blätter und beutel
- zerkrümelte Eierschalen von gekochten Eiern
- ausgekämmte Haare von Mensch und Tier
- verblühte Schnitt- und Topfblumen
- Wolle, Baumwolle
- wenig Zeitungen, Pappe, Kartons, Eierkartons (möglichst unbedruckt)
Nicht kompostierbar sind:
- Plastik, Glas, Metall, Keramik, Steine
- Farbige Zeitschriften
- große Mengen gekochter und gesalzener Speisen
- Fleischreste, Knochen, Milchprodukte, Fette
- Schalen von gespritzten Früchten wie Bananen, Apfelsinen, Zitronen
- giftige Pflanzen
- Pflanzensamen
- Eierschalen von ungekochten Eiern
- Rasenschnitt, Laub, Gartenabfälle (würden die Temperatur zu stark erhöhen)
- Kranke Pflanzen und samentragendes Unkraut
- Asche von Steinkohle und Zigarettenstummel, Holzasche
- Katzen und Hundekot
- Staubsaugersackinhalt
- Öl, auch Speiseöl
Der Kompost-Container kann an den Rand von Küchentischen oder Arbeitsplatten angehängt werden und wird damit zum sympathisch Parasiten, der sich von organischen „Abfällen“ ernährt.
Der Deckel des Komposters ist zugleich ein Schneidebrett: Schiebt man es nach hinten öffnet sich ein Loch und das organische Material kann direkt vom Brett in den Komposter geschoben werden. Unser Nährstoffkreislauf beginnt also dort, wo die organischen Anteile normalerweise zu “Abfall” werden.
Eine integrierte Fliegenfalle verhindert, dass sich Fruchtfliegen aus dem Komposter in die Küche verirren.
Ist genug Sauerstoff vorhanden kann eine fast geruchlose Verrottung stattfinden, die nach Walderde riecht. Um den Kompost mit ausreichend Luft zu versorgen sind Belüftungsschlitze an der Unterseite der Aufhängung, sowie auf der Rückseite vorhanden. Um die Durchlüftung in den Schichten des Komposts zu gewährleisten kann ab und zu Stroh hinzugegeben werden. Es reguliert gleichzeitig den Feuchtigkeitsgehalt im Komposter.
Damit Mikroorganismen sowie die Kompostwürmer das organ. Material zersetzen können ist Wasser notwendig. Der Kompost sollte zu 60 – 80 % aus Wasser bestehen. Da Gemüseabfälle schon zu einem großen Teil aus Wasser bestehen, sollte eine Zugabe von Wasser im Normalfall nicht nötig sein. Die Feuchtigkeit entspricht in etwa der einem Ausgedrücktem Schwamm.
Nach wenigen Wochen bildet sich flüssiger Wurmdünger, mit dem Zimmer-, und Nutzpflanzen gegossen werden können.
An der Seite des Pflanzkastens kann der Wasserstand abgelesen werden.
Nach drei Monaten ist der Kompostierprozess vollständig in Gang gesetzt und das erste organische Material von den Kompostwürmern zu Wurmhumus verdaut worden. Unter optimalen Bedingungen können die Kompostwürmer täglich die halbe bis ganze Masse des eigenen Körpergewichts vertilgen. Von 100% Ausgangsmaterialien bleiben 15 Prozent als Wurmkompost übrig, da der hohe Wasseranteil der Gemüseabfälle bei der Kompostierung als Flüssigdünger abläuft. Der Wurmhumus dient ebenfalls als bodenverbessernder Nährstofflieferant für Pflanzen.
Vom Nährstoff zur Nahrung
Um den Anbau von Gemüse in der Wohnung zu ermöglichen, gestalten wir außerdem einen Pflanzkasten, der platzsparend in das in fast jeder Wohnung vorhandene BILLY-Regal von Ikea eingehängt werden kann.
Der Benutzer kann schließlich das reife Gemüse direkt aus dem eigenen Regal entnehmen und frisch verzehren. Die Reste landen wiederum im Komposter. Somit schließt sich der Nährstoffkreislauf und bildet den Ausgangspunkt für die Selbstversorgung mit Gemüse.
Gewohnheit – Bewusstsein
Wir möchten zu mehr Bewusstsein für dieses essenzielle Thema anregen: Wir müssen die Natur wieder in unser Leben integrieren, ein Gefühl für unsere Ernährung, das Wachstum von Pflanzen, die Herkunft und Produktionsweisen unseres Essens bekommen. Wir wollen durch kleine Eingriffe in den Alltag den Benutzer neue Gewohnheiten hinterfragen lassen oder ihn dazu bringen alte Gewohnheiten wieder neu für sich zu entdecken. Natürlich ist die „Parasite Farm“ keine pragmatische Lösung für Lebensmittelknappheit und den globalen Humusschwund. Aber sie ist ein Versuch dieses Thema ins Gespräch zu bringen und denkbare Alternativen greifbar zu machen.




















Coole idee aber wie schaut es mit geruch aus?
So Kompost haufen richt ja nicht gerade frühlingsfrisch und solchen geruch will man nich wirklich in der küche haben, ich finde es auch unpraktisch das man es nur an eine tischkante hängen kann wenn man es auch normal auf dem Boden stellen könnte wäre es praktischer.
LG
Hallo Anna,
ich habe hinter der Zeichnung, die den Ablauf im Komposter veranschaulicht einen Nachtrag eingefügt. Da kannst du nachlesen wie es in der Theorie mit der Geruchsbildung aussieht. Der Komposter ist nicht mit einer Biotonne zu vergleichen!!
In unserem Praxistest hat sich gezeigt, dass man in der Küche kaum einen Geruch wahrnimmt.
Wir haben den Komposter so gestaltet, dass man ihn zeitweise auch auf den Boden stellen kann, falls der ganze Tisch gebraucht werden sollte. Dann ist er allerdings nicht benutzbar, da er sich in einer Schräglage befindet. Aber da es sich ja bei dem Komposter um einen Parasiten handelt, kann er sich nur richtig ernähren, wenn er am Tisch hängt;)
Hallo!
Fantastische Idee und Produkt! Bravo!!
Kann man es bei Euch bestellen?
Liebe Grüsse aus Basel,
Monica
leider sind wir noch in der Modellphase=)
ich möchte auch eine..! :O)
die Farbe finde ich gut, ich würde nur einen anderen Namen empfehlen. Parasite Farm täuscht und klingt dabei ein bißchen eklig.. :O)p
bitte mitteilen, wenn sie Verkaufsreif sind..
Liebe Grüße
E.M.
Any place to buy this in the US?
Fianlly! This is just what I was looking for.
can I buy it somewhere?
Hi Charlotte,
Is the parasite farm commercially available? I’d love to find out where I can get one.
Thanks
BION I’m impresesd! Cool post!
brilliant!!
Super Konzept! Allerdings sollte die Farbe der Kisten dezenter sein, vielleicht weiss? Dann würd ichs auch kaufen
Haltet mich auf dem Laufenden!
I’d like to “like” your Parasite Farm on facebook…aber es gibt noch keine Seite!;) Finde das ein Super Projekt! Würd ich gern mal ausprobieren…wie wärs mit http://www.kickstarter.com/? Die helfen das Geld zu besorgen;)
[...] innerhalb der Wohnküche geschlossen. Originelle Idee und schon recht weit durchdacht, wie die Homepage von Dieckmann zeigt. Fehlt eigentlich nur noch die Bonsai-Kunstwiese samt Mini-Kuh für die Wohnwand. Wer jetzt [...]
Thank God! Someone with brains seapks!
[...] -> mehr Infos hier [...]
[...] bisschen Gärtnern, bevor der Herbst kommt? Unser Vorschlag dafür ist Urban Farming – zu Hause. Der Prototyp „Parasite Farm“ wurde im Rahmen eines Projekts der „Hochschule für bildende Künste Hamburg“ entwickelt und [...]
Fell out of bed feeling down. This has birghetend my day!
Glad I’ve fanilly found something I agree with!
super Idee, Ich fülle jedoch wöchentlich so einen Kübel. Wenn erst nach 3 Monaten der Kompost erntereif ist, bräuchte ich 12 Kübel. Könnt ihr ein System entwickeln, bei denen der volle durch einen leeren Kübel ausgetauscht werde könnte?
Hallo Raffael,
die Parasite Farm ist kein Ersatz für die Biotonne, sondern eher als ein Haustier zu betrachten. Es können also nicht einfach alle anfallenden Bioabfälle in den Komposter getan werden. Unter optimalen Bedingungen können die Kompostwürmer täglich die halbe bis ganze Masse des eigenen Körpergewichts vertilgen. Von 100 Prozent Ausgangsmaterialien bleiben 15 Prozent als Wurmkompost übrig, da der hohe Wasseranteil der Gemüseabfälle bei der Kompostierung als Flüssigdünger abläuft. Der Behälter sollte für den Abfall eines 1-2 Personenhaushalt genug Platz bieten.
Du könntest dir zu Not ja auch 3 nebeneinander hängen;)
Ich ernähre mich 80% roh…es sind nicht mehr als 2 Personen
I can’t believe I’ve been going for years without kniowng that.
[...] Weitere Infos hier: Charlotte Dieckmann [...]
You couldn’t pay me to iogrne these posts!
Any place to buy this in Italy or in the www???
[...] Parasite Farm besteht aus einem Küchenabfall-Kompostsystem sowie aus beleuchteten Planzkästen. Share this:TwitterFacebook Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in nachaltigkeit und getaggt mit Umwelt, Utopie von triebwerkgruen. Setze ein Lesezeichen auf den Permanentlink. [...]
Geez, that’s unbeilevalbe. Kudos and such.
Mahlzeit! Wo ist denn der Facebook Like Button?
Great article but it didn’t have everythingI didn’t find the kichten sink!
Yes, great good luck
Toller Post. Würde gern mehr Posts zu dem Thema sehen. Ich freue mich schon auf die naechsten Posts.
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[...] Read More here: charlottedieckmann.de/parasite-farm/ [...]…
Sources…
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Quite wonderful content. That i really happened at your blog page together with imagined to say that i have really loved reading your blog site items. Anyway I will get subscribing towards your feed together with Hopefully everyone put up once rapidly.
very good idea
where i can buy it please?
rgds
Hi Charlotte,
Yes,
It is cardinal original tool…just inspiring me…
And YES! – how/ when / where “Parasite Farm” can be purchased?
I’m in an anticipation of a specific answer!
Have a sacred New Year, full of blessing ideas…!
Magya
Is the parasite farm commercially available? I love it,where I can get one.
Thanks
supergenial! ab wann werdet ihr denn voraussichtlich verkaufen?
I’m wondering if the sytem dispenses any kind of smell. Certainly if you put a lot of garlic and onion rests in it?!? Great idea though!
I love this concept. Will it be put into production, and do you know when?
Where can I but this?
bello, ma in italia chi lo vende ?
[...] Den Gemüsegarten in der Stube. Tolles Konzept. charlottedieckmann.de [...]
Get the composter portion of this project into production ASAP! Many, many people are interested in purchasing it! Finally, an attractive and efficient vermi-composting system for indoor kitchens.
Oh wonderful, thanks for sharing this great idea, where I can buy this? or can you give more details on how to make vermicompost-container unit.
expecting reply…
thanks
Wonderful project and presentation. Of course I compost, living in the high desert, but I wish I knew how to obtain your equipment.
Congratulations!
R/
Where can I buy this?
[...] fast geruchslose Verrottung garantiert. Leider gibt es sie noch nicht zu kaufen, aber hier könnt ihr alles genau [...]
ich finde das ist eine super idee.
ich würde das gerne mal testen.
vor allem interessiert mich, ob der kompost riecht und wie viel licht ich für die pflanzen brauche.
Please let me know if I can buy this great idea to get compost at home from the biodegradable items.
I need your contact, phone number, email address and information of price. I live in Quito,Ecuador, South America.