Parasite Farm

Wer weiß heutzutage noch wie Gemüse wächst und angebaut wird? Innerhalb von zwei Generationen wurde das Wissen und Bewusstsein für den saisonalen und regionalen Anbau gegen ein ganzjähriges und internationales Gemüsesortiment im Supermarktregal getauscht. Um wieder ein Bewusstsein für Ernährungszusammenhänge zu schaffen, etabliert die Parasite Farm einen Nährstoffkreislauf innerhalb der Wohnung. Sie lässt sich dabei problemlos in das vorhandene Mobiliar integrieren und nutzt verfügbare Nischen optimal aus. Die Parasite Farm besteht aus einem Kompostsystem und beleuchteten Pflanzkästen, die in das BILLY-Regal von Ikea eingehängt werden können. Der Komposter wird an den Küchentisch  gehängt und wird somit zum sympathischen Parasiten, der sich von „Bioabfällen“ aus der Küche ernährt. Der Nährstoffkreislauf beginnt dort, wo die organischen Anteile normalerweise zu “Abfall” werden: Vom Schneidebrett aus wandert das organische Material in den Kompostbehälter, wo es die Kompostwürmer in nährstoffreichen Humus umwandeln. Der Humus bildet dann wiederum die Grundlage für die Gemüsezucht im Bücherregal und nach erfolgreicher Ernte landen die Reste des eigenen Gemüses wieder im Komposter. Pflanze, Mensch und Wurm gehen dabei eine Symbiose ein, bei der Nahrung für alle Seiten produziert wird, sodass letztlich jeder zum Parasiten des anderen wird.
Charlotte Dieckmann und Nils Ferber